{"id":11108,"date":"2025-09-24T01:23:01","date_gmt":"2025-09-23T23:23:01","guid":{"rendered":"https:\/\/esportsinsider.com\/de\/?p=11108"},"modified":"2025-09-24T01:23:04","modified_gmt":"2025-09-23T23:23:04","slug":"dreamhack-birmingham-2026-shahin-zarrabi-im-gespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esportsinsider.com\/de\/2025\/09\/dreamhack-birmingham-2026-shahin-zarrabi-im-gespraech","title":{"rendered":"DreamHack Birmingham 2026: Shahin Zarrabi im Gespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"
Birmingham empf\u00e4ngt mich an diesem Morgen mit typisch britischem Wetter: leichter Regen, grauer Himmel, und doch dieser besondere Glanz, wenn die Stra\u00dfen gl\u00e4nzen und das Leben unbeeindruckt weiterzieht. Auf der Motorway hatte ich Gl\u00fcck, kaum Stau, aber je n\u00e4her ich ins Herz der Stadt kam, desto sp\u00fcrbarer wurde der Trubel. Birmingham ist keine Stadt, die still bleibt. Sie pulsiert. Zwischen den imposanten Geb\u00e4uden wirkt alles kraftvoll, fast monumental, als w\u00fcrde das bronzene Stier-Symbol am Bullring den Takt vorgeben.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n
Die F1 Arcade Birmingham<\/a>, in der das Treffen stattfand, liegt in einer kleineren Seitenstra\u00dfe \u2013 fast unscheinbar von au\u00dfen, aber innen erwartete uns eine Atmosph\u00e4re, die sofort N\u00e4he schuf. Kein riesiges Presseaufgebot, kein anonymer Massenandrang. Stattdessen beinahe intime Verh\u00e4ltnisse: nur f\u00fcnf Journalist:innen, eng beisammen an einem Tisch. Am Tag zuvor hatte es in London schon einen Media Roundtable gegeben, aber die Atmosph\u00e4re hier wirkte pers\u00f6nlich, beinahe famili\u00e4r.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Kaffee, frische Croissants, kleine Teller f\u00fcr den Brunch, Gl\u00e4ser, die nie leer blieben \u2013 es war sp\u00fcrbar, dass die Organisatoren darauf bedacht waren, dass es uns an nichts fehlte. Sogar Richard Parker, B\u00fcrgermeister der West Midlands, hatte sich die Zeit genommen, vorbeizuschauen. Und mittendrin Shahin Zarrabi, VP of Festivals bei der ESL FACEIT Group, eine der treibenden Kr\u00e4fte hinter DreamHack<\/a>.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Bereits bei der Ansprache merkte man: Das ist kein distanzierter Manager, kein steifer Sprecher. Zarrabi wirkte, als h\u00e4tte er alle Zeit der Welt. Er h\u00f6rte zu, er \u00fcberlegte, er beantwortete jede Frage mit echtem Interesse. Man merkte sofort, dass es nicht nur ein Job ist, sondern etwas, das er mit Herzblut lebt.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Es gibt Gespr\u00e4chspartner, bei denen man nach wenigen Sekunden merkt: Das hier wird kein oberfl\u00e4chlicher PR-Termin. Shahin Zarrabi geh\u00f6rt genau in diese Kategorie. Er tr\u00e4gt den ungew\u00f6hnlichen Titel \u201eVP of Festivals\u201c, und noch bevor man ihn darauf anspricht, nimmt er einem das Schmunzeln fast ab: \u201eIt\u2019s made up\u201c sagt er lachend, und sofort ist die Atmosph\u00e4re gel\u00f6st.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Zarrabi ist kein Manager, der die Zeit herunterz\u00e4hlt, bis das n\u00e4chste Meeting ruft. Stattdessen nimmt er sich f\u00fcr jede Frage einen Moment, denkt nach, sortiert seine Gedanken, bevor er antwortet. Und doch bleibt es nie steif \u2013 immer wieder bricht er in Lachen aus, teilt kleine Anekdoten, zeigt, dass er nahbar ist. Seine Rolle wirkt weniger wie die eines Funktion\u00e4rs, sondern eher wie die eines Gastgebers, der darauf bedacht ist, dass sich alle wohlf\u00fchlen.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Bei der Pr\u00e4sentation, die er selbst mitgestaltet hat, wurde das noch deutlicher. Da stand kein unnahbarer Profi auf der B\u00fchne, sondern ein Mensch, der sp\u00fcrbar stolz ist auf das, was er und sein Team aufgebaut haben. Gleichzeitig strahlte er eine nat\u00fcrliche Autorit\u00e4t aus \u2013 man folgte seinen Worten, weil man merkte, dass sie getragen sind von echter Erfahrung und \u00dcberzeugung. Er wirkte nicht \u00fcberh\u00f6ht, sondern geerdet. Genau das macht ihn so interessant: Man begegnet ihm als jemandem, der einerseits mit voller Professionalit\u00e4t ein weltweites Festival verantwortet, und andererseits genau diese menschliche Note beibeh\u00e4lt, die Veranstaltungen wie DreamHack erst lebendig macht.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Wenn Zarrabi \u00fcber DreamHack spricht, klingt es fast wie eine Familiengeschichte, die immer weitergeschrieben wird. Er erinnert daran, dass alles 1994 in einer schwedischen Schulkantine begann. Damals sa\u00dfen junge Programmierer beisammen, zeigten ihre ersten sogenannten \u201eDemos\u201c \u2013 kleine audiovisuelle Projekte, die nicht selten die Grundlage f\u00fcr sp\u00e4tere Videospielentwicklungen waren.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Von dort an begann eine Entwicklung, die eng mit den gro\u00dfen Str\u00f6mungen der Gamingkultur verkn\u00fcpft war. Mit der Jahrtausendwende r\u00fcckte Gaming selbst st\u00e4rker in den Vordergrund. LAN-Partys, erste kleine Turniere, Spieler:innen, die einfach gegeneinander antreten wollten \u2013 ganz ohne professionelle Ambitionen. Aus dieser Basis wuchs schlie\u00dflich der Esports-Boom, der DreamHack global bekannt machte. Gro\u00dfe Wettk\u00e4mpfe, volle Arenen, Teams und Fans, die den Namen pr\u00e4gten.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Heute, erkl\u00e4rt Zarrabi, habe DreamHack ein neues Gesicht. Esports ist weiterhin ein zentrales Standbein, aber die n\u00e4chste Generation definiert ihre Gamingwelt anders. Content Creators, Streamer, YouTuber \u2013 sie sind zu Aush\u00e4ngeschildern geworden, die ganze Communities anziehen. DreamHack hat darauf reagiert, indem es diese Welt aufgreift und integriert. \u201eDreamHack war nie nur eine Sache\u201c, sagt Zarrabi. \u201eDer rote Faden war immer: Menschen kommen zusammen, um gemeinsam etwas zu erleben. Gaming ist das Vehikel daf\u00fcr \u2013 und gerade sind es die Creators, die den Ton angeben.\u201c<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n So zeigt sich, dass DreamHack immer schon dort war, wo die Community ihre Energie hinlenkte. Es war nie nur Turnier, nie nur Festival, nie nur LAN. Es war ein Spiegel dessen, was Gamer:innen bewegte. Und genau diese F\u00e4higkeit zur Anpassung ist es, die das Event lebendig h\u00e4lt.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Wenn man Shahin Zarrabi fragt, was DreamHack trotz aller Expansion und Internationalisierung nie verlieren darf, z\u00f6gert er kurz. Man merkt, dass er nicht mit einer vorbereiteten Floskel antworten will, sondern sich wirklich Gedanken macht. Dann entscheidet er sich f\u00fcr zwei Perspektiven.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n \u201eEine einfache Antwort w\u00e4re: Wir bleiben immer bei Gaming. Wir werden kein Autotreffen, keine reine Musikmesse, kein generisches Festival. Die Wurzel ist Gaming, und darin verankern wir uns.\u201c Es ist die pragmatische Sicht, die deutlich macht, wie sehr DreamHack in seiner Kernidentit\u00e4t verwurzelt bleibt.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Doch Zarrabi geht noch weiter. F\u00fcr ihn reicht es nicht, dass ein Festival \u201e\u00fcber Gaming\u201c ist \u2013 es muss auch von der Art der Erfahrung her Gaming widerspiegeln. \u201eWir w\u00fcrden niemals etwas schaffen wollen, das nur eine Einbahnstra\u00dfe ist. Etwas, wo du einfach nur zusiehst und danach nach Hause gehst. Das ist ein Konzert, oder ein Fu\u00dfballspiel. DreamHack dagegen muss interaktiv bleiben.\u201c<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Er erz\u00e4hlt davon, dass Besucher:innen neue Spiele ausprobieren, spontan in eine Community stolpern oder jemanden kennenlernen, den sie vorher nicht kannten. All das sei Teil der Grundidee \u2013 und f\u00fcr ihn ein nicht verhandelbarer Bestandteil. Egal wie gro\u00df DreamHack noch wird, es soll kein reines Schaulaufen werden. \u201eAm Ende geht es darum, dass Leute mit Erinnerungen nach Hause gehen. Dass sie nicht nur etwas gesehen haben, sondern etwas erlebt.\u201c<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Es ist eine Definition von DNA, die weniger in Statistiken oder Besucherzahlen denkt, sondern in Momenten, die bleiben. F\u00fcr Shahin Zarrabi bedeutet DreamHack nicht, dass Menschen auf R\u00e4ngen sitzen und einer Show zuschauen. Es bedeutet, dass sie Teil davon sind.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Ein Satz, der mir im Vorfeld in Erinnerung geblieben war: DreamHack wolle niemals ein Festival werden, bei dem man f\u00fcr ein Ticket bezahlt und dann doch an jeder Ecke noch einmal extra zur Kasse gebeten wird. Ein reales \u201eDLC-Modell\u201c also, das im Gaming selbst schon oft kritisiert wird, sollte auf keinen Fall Einzug in das Festival finden.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Als ich Shahin Zarrabi darauf anspreche, wird er sofort konkret. \u201eDas kommt sehr klar aus den USA. Wenn du dort ein Convention-Ticket kaufst, dann bezahlst du danach nochmal 200 Dollar f\u00fcr ein Autogramm oder ein Foto beim Meet & Greet.\u201c Er sch\u00fcttelt den Kopf, fast ungl\u00e4ubig, wie selbstverst\u00e4ndlich solche Modelle anderswo funktionieren.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Nat\u00fcrlich, r\u00e4umt er ein, auch DreamHack hatte in der Vergangenheit Add-ons. Reservierte Sitzpl\u00e4tze, ein spezielles Upgrade hier und da \u2013 das gibt es. Doch der Unterschied ist f\u00fcr ihn entscheidend: \u201eJedes St\u00fcck Content, das wir bringen, soll immer auch in einer kostenlosen Form erlebbar sein. Wer will, kann ein Upgrade kaufen, aber die Basis muss immer f\u00fcr alle da sein.\u201c<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n Ein Beispiel, das er nennt, ist die kommende ESL One<\/a> in Birmingham. Mit einem DreamHack-Ticket darf man dabei sein, die Matches sehen, Teil der Stimmung sein. Wer mehr Komfort m\u00f6chte, kauft sich eine garantierte Sitzplatz-Option. Aber niemand bleibt au\u00dfen vor.<\/p>\n\n <\/div>\n\n\n\n\n
Shahin Zarrabi: VP of Festivals<\/strong><\/h2>\n\n<\/div>\n\n\n
DreamHack im Wandel \u2013 von Demos zu Content Creators<\/strong><\/h2>\n\n<\/div>\n\n\n
Die DNA von DreamHack \u2013 was niemals verloren gehen darf<\/strong><\/h2>\n\n<\/div>\n\n\n
Kein DLC im echten Leben \u2013 das faire Festivalmodell<\/strong><\/h2>\n\n<\/div>\n\n\n