Asian Games: Esports behält vollen Medaillenstatus

Peter Kristjan Hoffmann
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Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Parallel-Event statt eines Ersatzes
  2. Vom Demonstrationssport zum Medaillen-Event
  3. Widersprüchliche Dokumentation sorgt für Unklarheit
  4. Wie geht es weiter?
Eine E-Sport-Medaillenbühne hinter widersprüchlichen offiziellen Dokumenten, die die Ungewissheit über die Zukunft der Asian Games symbolisieren

Der Olympic Council of Asia (OCA) hat am Montag, den 28. September, offiziell bestätigt, dass Esports den vollen Medaillenstatus bei den Asian Games behalten wird. Damit wies die Organisation Berichte zurück, wonach die Disziplin nach den derzeit stattfindenden Spielen in Aichi-Nagoya aus dem Programm gestrichen werden sollte. Diese Klarstellung erfolgt zeitgleich mit den Plänen für die Asian Esports and Mind Sports Games, ein eigenständiges Format, das 2027 in Kuwait an den Start gehen soll.

Husain Al-Musallam, Generaldirektor des OCA, betonte, dass Esports weiterhin Bestandteil der Asian Games bleibe, und sicherte die fortlaufende Unterstützung der Organisation für die Entwicklung der Disziplin auf dem gesamten Kontinent zu. Er fügte hinzu, dass der OCA keinerlei Ankündigung bezüglich einer Streichung von Esports aus den Spielen gemacht oder veröffentlicht habe.

Ein Parallel-Event statt eines Ersatzes

Bereits am 19. September 2026 unterzeichnete der OCA einen Vertrag mit Kuwait als Gastgeberstadt für die Premiere der Asian Esports and Mind Sports Games. Laut Angaben des Verbandes soll dieser neue Wettbewerb den asiatischen Athleten eine zusätzliche Plattform bieten, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Das Event fungiert somit als paralleles Angebot zu den Asian Games und nicht als deren Ersatz.

Zur konkreten Struktur der Esports-Disziplinen bei den Asian Games 2030 in Doha hielt sich die Organisation jedoch noch bedeckt. Operative Pläne für künftige Ausgaben sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Vom Demonstrationssport zum Medaillen-Event

  • 2018 Jakarta-Palembang: Esports wird erstmals als Demonstrationssport präsentiert.
  • 2022 Hangzhou: Esports steigt zum offiziellen Medaillen-Event auf.
  • 2026 Aichi-Nagoya: 11 Titel stehen auf dem Programm, darunter League of Legends, Pokémon UNITE, Honor of Kings und ein Fighting Game Team-Event.
  • 2027 Kuwait: Geplante Premiere der Asian Esports and Mind Sports Games.

Die aktuellen Spiele in Aichi-Nagoya demonstrieren bereits den Stellenwert als Medaillendisziplin. Während Esports-Athleten im japanischen Programm gegeneinander antreten, erreichten Titel wie Puyo Puyo Champions bereits das Viertelfinale unter der offiziellen Medaillenstruktur der Spiele.

Widersprüchliche Dokumentation sorgt für Unklarheit

Die aktuelle Klarstellung steht jedoch in einem gewissen Widerspruch zu Punkt 6 der Entscheidung der 90. Sitzung des OCA-Exekutivkomitees vom 26. November 2024. In diesem Dokument wurde explizit ein Vorschlag genehmigt, Esports nach Aichi-Nagoya aus den Asian Games zu streichen und die Disziplin vollständig in die separaten Asian Esports and Mind Games zu überführen. Da dieses Dokument weiterhin auf der offiziellen Website des OCA abrufbar ist und keine Änderung oder Aufhebung veröffentlicht wurde, bleibt die Situation komplex.

Die Diskrepanz zwischen dem schriftlichen Beschluss von 2024 und dem Dementi des OCA im Jahr 2026 hinterlässt bei den Stakeholdern zwei widersprüchliche offizielle Aufzeichnungen. Diese Unklarheiten in der Verbandsführung spiegeln die breitere Debatte darüber wider, weshalb der Esports die Anerkennung der olympischen Bewegung nicht zwingend benötigt, um seine kompetitive Relevanz zu untermauern.

Wie geht es weiter?

Die ersten Asian Esports and Mind Sports Games sind für 2027 in Kuwait angesetzt und werden als eigenständiges Event neben dem bestehenden Zyklus der Asian Games laufen. Details zur Disziplinenstruktur oder dem Line-up für die Asian Games 2030 in Doha hat der OCA noch nicht bekannt gegeben; weitere operative Informationen werden im Laufe der Zeit erwartet.

Peter Kristjan Hoffmann

Autor
Peter ist seit über 20 Jahren im iGaming-Business unterwegs – also seit einer Zeit, in der „Mobile Gaming“ noch bedeutete, den Laptop näher an den Router zu stellen. In zwei Jahrzehnten hat er Online-Casinos, Sportwetten, Poker, Slots und die technische Evolution der Branche aus nächster Nähe verfolgt. Seine zweite große Leidenschaft: eSports. Ob Counter-Strike, League of Legends, Dota 2 oder die Welt der eSports-Wetten – Peter interessiert sich nicht nur dafür, wer gewinnt, sondern auch für die Daten, Quoten, Metas und Mechaniken dahinter. Als Autor verbindet er langjährige Branchenkenntnis mit einer ordentlichen Portion Nerd-Faktor. Sein Ziel: iGaming und eSports verständlich erklären, Marketing-Blabla herausfiltern und genau dort tiefer graben, wo es für Spieler wirklich interessant wird.
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